Brasilien – Entdecken Sie ein neues Lebensgefühl

Lied des Urlaubs: Criolo – Não Existe Amor em SP

Lied des Moments: Charlie Brown Jr. – Só os loucos sabem

Ja als Schmalspurgranate nimmt man vieles auf sich. Man offenbart seine bahnbrechenden Erkenntnisse der breiten Öffentlichkeit. Man präsentiert seine ersten Gehversuche auf anderen Ebenen. Und dann nimmt man auch mal etwas für die Leserschaft, die zwischen 7 und etwa 7,000 liegt, auf sich und reist in ferne Länder – vollkommen uneigennützig versteht sich.

Diesen Januar: Brasilien.

Bevor ich in das Flugzeug stieg, sah ich die Überschrift auf einem RIESIGEN Plakat am Frankfurter Flughafen mit dem RIESIGEN Rio-Jesus darunter. War schon ein komischer Zufall. In dem Moment dachte ich mir: “Alles klar. Dann entdecke ich mal.” Und wurde fündig.

So einer hier.

 

Nachdem ich also nach einer genüsslichen Reisezeit von 16 Stunden und 35 Minuten in dem “Sommer” Brasiliens ankam, wurde ich direkt von freundlichen Freunden (André und Andrés Papa) abgeholt, die mir versicherten, dass die letzten Tage nur von 35° geprägt waren und ich den Regen mitgebracht hätte. Es stellte sich im Nachhinein als wahr heraus. Und war mir völlig egal. Jedes Mal, wenn ich das sage wunder ich mich über mich selbst, aber das Wetter war wahnsinnig weit unten auf der Skala der wertvollen Dinge, die einen Urlaub wirklich Erinnerungswert machen.

Osmar and the beach

Osmar and the beach

Bolovo time

 

 

 

 

 

 

 

All you can eat mit viel Fleisch

Verhungern ist unmöglich. Ich wurde in meinem Leben noch nie so durchgefüttert. Hier habe ich auch den ersten leckeren Caipirinha meines Lebens entdeckt. Verrückt sowas. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass ein “Nein danke” in Brasilien wahnsinnig schwierig durchzusetzen ist. Es scheint ebenfalls schwierig zu sein – und gesellschaftlich nicht anerkannt – vor Sonnenaufgang ins Bett zu gehen.

Guaruja bei Nacht.

Ein besonderer Stolperstein liebe Reisende ist allerdings die in Brasilien gängige Sprache (portugiesisch). Lieblich klingende Worte wie Pferd, ein merkwürdiger Baum und das Herz der Palme, haben in 83% aller Fälle eine doppelte Bedeutung oder einen bemerkenswert ähnlichen klang wie – sagen wir mal – schweinische Ausdrücke. Meistens hat es mit Geschlechtsteilen, der äußerlichen Bewertung von Frauen in Kombination mit einer äußerst zufriedenen Kopfbewegung oder dem Liebesspiel an sich zu tun.

Alles in allem ist es schwierig, selbst für einen herausragenden möchtegern-Blogger, alles in Worte zu fassen. Deswegen lassen wir auch hin und wieder einfach Bilder sprechen. Doch ein Fazit muss sein:

Es war unglaublich mit welch anstrengender Großzügigkeit ich konfrontiert wurde. Viele Menschen sind unfassbar nett und interessiert und man fühlt sich relativ schnell intergriert, sofern man die nötigen erfundenen portugiesischen Wörter auf Lager hat und natürlich sofern man die erwünschten mehr als lustigen sprachlichen Fehltritte immer und immer wiederholen kann.

Viele Dinge sind schon sehr anders. Viele sind sehr ähnlich. Viele sind angenehm, viele anstrengend. Vieles ist schön, einiges erschreckend, einiges auch ein bisschen gruselig. Im Grunde genommen ist es jedoch immer so, wenn man reist. Und eigentlich ist eine Reise immer eine richtige Entscheidung. Brasilien in meinen Augen auf jeden Fall. Warum muss letztlich, wie immer, jeder für sich selbst herausfinden. Aber sofern man eine andere gesellschaftliche Einstellung sucht, die trotz einiger Problematik im eigenen Land irgendwie wahnsinnig zufrieden wirkt, die ständig glücklich zu sein scheint und der Feierei nicht abgeneigt – zumindest zu Urlaubszeiten – dann sollte man sich schon mal überlegen, ob man sich in diese Gefilden der südlichen Hemisphäre begibt.

Alles in allem war die Reise irgendwie einfach. Die Erfahrung beinhaltete, dass das einfache Miteinandersein genügte, um eine gute Zeit zu haben. In sofern war es nahezu unwichtig, was genau man jetzt unternehmen musste oder ob man tatsächlich alle Facetten Brasiliens in einem wahnsinns Tourismusrausch innerhalb von 3 Wochen ergründen musste. Es sind die einfachen Dinge, wie etwa um halb 7 morgens ins Bett gehen, um dann um halb 6 nachmittags aufzustehen, um halb 9 abends zu Frühstücken und um 2 Uhr nachts Mittag zu essen, die einen Urlaub so richtig erwähnenswert machen. Oder sich einfach mal um halb 8 rum – relativ berauscht – den Sonnenaufgang über dem Meer anzugucken. Im Anschluß einander ins Meer ballern und den ein oder anderen Sumokampf im Wasser auszutragen. Da ist es dann auch einfach mal unwichtig, dass die Wolken die Sonne verdecken.

Status und all solche Dinge haben überall auf der Welt gesellschaftsübergreifend eine gewisse Stellung. Mit den Menschen, die ich kennenlernen durfte, waren solche Faktoren weitestgehend unwichtig. Einfach mal in den Tag hinein leben, einfach mal an nichts denken, einfach mal – ganz kurz – die Probleme der Welt hinter sich lassen. Großzügig sein, lachen und dann auch noch sich ‘ne wahnsinns Landschaft in Strandnähe angucken. Ich werde es an dieser Stelle vermeiden zu sagen “schade, dass es nicht immer so einfach sein kann”. Ich habe so das Gefühl, dass man es sich auch gern mal einfach sehr viel schwerer macht als es sein müsste. Dass man wahnsinnig unwichtige Dinge in seinem Kopf ins unermessliche steigert nur, um sich letztendlich nie wieder daran zu erinnern. Vielleicht ist das so eine Erkenntnis, die eine Auslandserfahrung mit sich bringt und eventuell auch eine persönliche Veränderung bewirken kann.

Hierzu sollte ich nochmal erwähnen, dass ich zum Glück meine Zeit in Sao Paulo und Umgebung in sicherer Obhut verbringen durfte und sehr viel Unterstützung hatte. Vielen, vielen Dank an alle Beteiligten hierfür. Allerdings ist das Land riesengroß. Für den Rest muss ich nun wohl oder übel nochmal hin.

German sad-face.

 

Freunde.

 

Fiese, miese Eule

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Eine Antwort auf Brasilien – Entdecken Sie ein neues Lebensgefühl

  1. pondo sagt:

    Wieso seh ich denn das Freunde-Foto erst jetzt? voll gut! :D

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