Den Horizont erweitern

Lied des Moments: Mumford & Sons – The Cave

Ich traue mich selten neue Filme zu schauen. Ich habe dann immer Angst enttäuscht zu werden und die Zeit vergeudet zu haben. Kennt ihr das? Deswegen plädiere ich meist dafür bereits bekannte Filme zu schauen. Aber irgendwie ist das ja auch fad. Das letzte mal als ich viele neue Filme geschaut hatte, war das mit Danny im Januar 2011. Also jetzt, ein Jahr später (oha, wie die Zeit vergeht!) habe ich mich dazu entschieden meinen filmischen Horizont mal wieder zu erweitern. Und wie? Mittels der IMDB Challenge. Die funktioniert folgendermaßen (ja, selbst erdacht und so):

  1. Geht auf imdb.com und klickt auf Movies -> Top 250. Das garantiert, dass zumindest nicht der hinterletzte Bockmist bei rumkommt. Es geht ja um Horizonterweiterung, nicht Zeitverschwendung.
  2. Jeder Mitschauende nennt ein Ausschlusskriterium (was nicht zu rigide sein darf), z.B. “kein Drama”, “kein Film von vor 1970″, “kein Film den mindestens einer kennt” o.Ä.
  3. Nehmt einen Random Number Generator wie z.B. wolframalpha.com (“round(rnd(250))”) und generiert eine Zahl.
  4. Schaut in der Liste nach. Wenn der Film allen Kriterien gerecht wird, schaut ihn! Ohne wenn und aber. Ansonsten solange generieren, bis der Fall eintritt.

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, was dabei so rumkommen kann, hier eine Kurzvorstellung der Filme, die wir bisher nach dieser Methode bestimmt haben. Der erste Film war Hotel Ruanda (USA/GB, 2004). Ein Film, der anhand einer Beispielsfamilie sehr authentisch die Ängste und Hilflosigkeit der ruandanischen Bevölkerung während der Bürgerkriegssituation zwischen Tutsis und Hutus darstellt und gleichzeitig sozialpolitische Kritik an den westlichen Nationen übt. Kein Film, den man wegen bombastischer Story schauen sollte, aber durchaus sehr Empfehlenswert!

Der zweite war So finster die Nacht (Låt den rätte komma in, Schweden, 2008), das schwedische Original zu dem zwei Jahre später erschienenen Remake “Let Me In”. Darin geht es um den kleinen – in der Schule immer gehänselten – Jungen Oscar, der Freundschaft mit einem Mädchen schließt, die eigentlich ein ganz böser alter Vampir ist. Der Film hat viele lustige und awkward Momente, ist aber nichts für Nesthäkchen, da stellenweise unerwartet brutal! Das Original ist auf jeden Fall deutlich besser als das Remake. Es ist insgesamt eben ein etwas anderer Film. Kann man sich auf jeden Fall mal anschauen.

Der dritte war der schwedische Wild Strawberries (Smultronstället, Schweden, 1957). So vollständig habe ich nicht verstanden worum es geht, ehrlich gesagt. Damals gabs natürlich auch noch keine Synchro, weswegen wir mit OT und englischen Untertiteln Vorlieb nehmen mussten. Ein alter Mann blickt auf Ereignisse seiner Kindheit zurück. Dabei erinnert er sich, dass er selbst einmal lieb und umgänglich war und nicht so egoistisch und launig wie heute. Sehr viele Zeitschnitte und Träume drinnen. Passieren tut nicht allzu viel. Es ist allerdings recht interessant wie der Film das damalige Weltbild widerspiegelt. “Yes, the accident was totally our fault, my wife was driving.”

Der vierte war dann schließlich Hotari no Totoro (Japan, 1988), auch nur in OT plus englischen Untertiteln. Ein Anime, was sich um zwei Mädchen dreht, die mit ihren Vater aufs Land ziehen, dort im nahegelegenen Wald auf Fabelwesen treffen und mit ihnen ‘Abenteuer’ erleben. Ein warmherziger Familienfilm für Jung und Alt. Vielleicht nicht unbedingt für Mittelalt. Insgesamt ganz witzig, aber es nervt schon tierisch, dass die zwei Gören den ganzen Film nur am Schreien sind. Und das, wo man sich in Ruhe auf die englischen Untertitel konzentrieren muss, da man ja kein asiatisch kann!

Auch wenn neben bombastischen Festen der Filmkunst ab und zu mal nicht ganz so gute Filme dabei sind, ist das auf jeden Fall eine super Methode, um einmal in den Genuss von Filmen zu kommen, die man sich sonst nie anschauen würde. Und vielleicht entdeckt man ja dadurch die ein oder andere Perle!

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7 Antworten auf Den Horizont erweitern

  1. Tim sagt:

    Finde ich eigentlich ne gute Idee, aber ich bin eher so der Serientyp und das nimmt schon viel Zeit in anspruch:D Kris hat mich auf Chuck gebracht. Sehr unterhaltsam! Ab April kommt auch wieder Game of Thrones!

  2. Sarah sagt:

    Super Sache :D Machen wir Wg-intern auch schon ne Weile :)

    …und heute hab ich in meinem Horrorfilm-Seminar “Låt den rätte komma in” gesehen. War positiv überrascht, endlich mal wieder ein Vampirfilm, wo die Vampire nicht in der Sonne glitzern.

  3. Marian sagt:

    Ja, es hat mich auch überrascht, dass die Vampirin nicht zur moralischen Superheldin aufgestiegen ist :)

    Man muss bei dem System auch wirklich offen für neues sein und nicht “eigentlich lieber n guten bekannten” Film gucken wollen. Sonst funktioniert das nicht.

    Gestern durfte ich mittels der Methode noch “Million Dollar Baby” (2004), “Dial M For Murder” (1954) und “Mary and Max” (2009) schauen. Haben mich alle positiv überrascht! Der erste vorwiegend wegen Atmosphäre, der zweite aufgrund der Story, der dritte wegen der lustigen Erzählart gespickt mit sozialkritischen Seitenhieben.

  4. Danny sagt:

    Ich war ehrlich gesagt von Hotel Ruanda auf einem sehr hohen Level enttäuscht. Da fand ich der letzte König von Schottland im direkten Vergleich doch schon besser (vielleicht kann man die nicht direkt vergleichen, aber wenn dir Hotel Ruanda gefällt, wird der Dir auch gefallen :)). Aber defintiv krasse Thematik und man setzt sich viel zu wenig damit auseinander und weiß auch viel zu wenig darüber (ich zumindest).

    Aber prinzipiell ist die Methode großartig. Ich brauche nämlich immer ca. ne Stunde, um mich fürn Film zu entscheiden :D wie du weißt :D

  5. Crunksum sagt:

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