Das ist Rebellion!

np: Betontod – Gasolin

Es gibt philan- sowie misanthropische Momente in meinem Leben.
Oftmals kann ich mich nicht entscheiden, aber letzten Endes bin ich vermutlich doch zu sehr naiver Idealist, der an das Gute glauben will. Aber die hiesige Medienlandschaft macht es mir auch wahrlich nicht einfach und ach, was red ich, die meisten Menschen machen es einem allgemein auch nicht einfach – egoistisches Pack, das wir sind. Nicht nur die Politiker mit ihren dicken Diäten, auf die so gerne am Stammtisch geschimpft wird und auf den Nachbarn, dessen Gartenzwerg größer ist als der eigene oder dessen Frau öfter will als die eigene. Es ist der höchsteigene Neid. Wahnsinnserkenntnis, klar, soweit nix Neues. Woran will man sich auch orientieren in einer Gesellschaft, in der vor allem Profit und Gewinn zählen? Wem will man das verübeln? In diesem kapitalistischen Schweinesystem!

Oder mit was für Floskeln noch so um sich geworfen wird, wenn man wie der postpubertäre Jugendliche von nebenan den Drang hat, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, zu rebellieren, auf die Kacke zu hauen und die ganze Drecksscheiße nicht mehr mitzumachen. Womöglich in eine Kommune und an Joints zieht und von einem “besseren Leben” träumt, ohne so recht zu wissen, wie ein solches aussehen soll, und ohne so recht zu wertschätzen, wie gut es uns geht. Alles verständlich, alles cool, ich schließe mich da keineswegs von aus. Wie es in der Vermarktungsmaschinerie dann aber eben üblich ist, wird ausgeschlachtet, was auch nur den Verdacht erweckt, populär zu sein. Meist wird das von cleveren Menschen mit gut bezahlten Jobs gemacht, deren intrigantes Verhalten man durchaus auf einer sachlichen Ebene als gewissermaßen intelligentes Gespür anerkennen kann. So wird vermarktet und angepriesen, was eben noch als unerwünscht galt, bis man nicht mehr weiß, wo man eigentlich steht. Alles bekannte Mechanismen.

Und dann kommt sowas.


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Ich wusste nicht, ganz dem landläufigen Sprichwort nach, ob ich lachen oder weinen sollte, als ich das sah. Selbst jedes Vorort-Revoltenkiddie, das so gerne mal ne Zigarette rauchen würde, wird checken, dass selbst die eigene Rebellion und Emanzipation vor und von den Eltern anders aussieht als die Bitte an die Mutter um den Kauf so einer Jacke. Ich kriegs nicht. Eigentlich wärs schon wieder rebellisch, so’n Jäckchen kaufen zu gehen und der Verkäuferin, wenn sie fragt “Nur die Jacke?”, ins Gesicht zu brüllen, dass das keine Jacke sei, sondern Rebellion. Vielleicht haben die gut bezahlten Werbefritzen (… für sowas bezahlt werden), sich aber auch genau das gedacht. Glaube ich zwar nicht, aber solange der Obolus rollt. Tja. Das ist Rebellion! Genau! Andererseits ist vielleicht auch einfach deren Rebellion vor’m Arbeitgeber gemeint, denn ich kann mir weder vorstellen, dass die damit großartig Gewinn machen, noch, dass die dafür Verantwortlichen ihre Jobs behalten.

Oder will ich das nur glauben? Wie fremdbestimmt bin ich? Ach, hallo, du schon wieder, Teufelskreis.

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Eine Antwort auf Das ist Rebellion!

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