Der letzte Akt

 
Hörst du sie? Die Trommeln schlagen! Sie schlagen zum letzten Akt.

Ich sitze ihm gegenüber, ein paar Kerzen brennen in den Ecken und Gott hat gerade eine neue Flasche Rotwein aufgemacht, vor uns steht das Schachfeld meines Lebens. Zu gewinnen wird schwierig, aber es ist ja der Spaß dabei, der zählt, und eine vergnügliche Position herauszuspielen, sicherlich schon eine gute Leistung.
Die Partie geht nun schon seit einer ganzen Weile. Es gab offensive und defensive Phasen und ich glaube, Gott hält sich aus Nächstenliebe ein bisschen in seinem Können zurück. Das ist aber okay, ich find’ ihn ganz sympathisch. Ein Angriff von mir geht nun zu Ende, um einer neuen Situation den Weg zu ebnen, und dafür öffnet sich nun der Vorhang.

Das sieht dann im Detail ungefähr so aus: Stell dir vor, du ziehst aus. Und du bist angepisst, so richtig angepisst. Du weißt, dieser letzte Tanz auf dem Parkett, der wird in Erinnerung behalten, scheißegal was vorher war. Wie gehst du von dannen? Mit einem fröhlichen Mittelfingergrinsen? In Souveränität und Ruhe, ohne dich auf die Niederungen niveauloser Kleinigkeiten einstiger Mitstreiter einzulassen? Oder würgst du irgendjemandem noch mal so richtig einen rein – denn jetzt ist der beste Zeitpunkt. Die Verführung ist groß.

Alle niederträchtigen Gedanken verschwinden jedoch, während ich feststelle, dass ich nichts als ehrliche Freude beim Gedanken an den Auszug empfinde; die Schlacht ist geschlagen, der Krieg fast zu Ende. Und je mehr mich das stinkende Loch anwidert, desto schöner wird das Abwenden von dem Höllenpfuhl. Beleidigungen sind dabei übrigens eine lustige Sache. Zum Spaß taugen ja sie immer, ich habe keine Ahnung, wie man keinen Gefallen am Fluchen finden kann. Aber wenn ich jemanden wirklich verabscheue, bin ich nicht so infantil davon auszugehen, dass irgendein Schimpfwort den- oder diejenige tatsächlich treffen könnte. Wie schwach muss man auch innerlich sein, um sich von solchen Äußerlichkeiten aus dem Gleichgewicht bringen zu können. Und genau mit dieser Frage in der Stirn werde ich mich abwenden, werde dem Vergangenen vielleicht irgendwann noch einmal eine Kerze anzünden, ehe ungeliebte Personen, die sich aus Hilflosigkeit derartiger Mittel bedienen, im Nirvana der Gleichgültigkeit verschwinden.

Und dann ist es zu Ende. Dann ist der letzte Akt gespielt, die Figuren gesetzt und Zeit für ein weiteres Stück im eigenen Leben, parallel zu anderen Manövern. Du bist gegangen, und ob du dann mit dir weiterhin leben kannst, darum wird es gehen. Ob die Figuren Gott und dem Leben gegenüber gut stehen. Und dabei ist das Gegenteil von Liebe nicht Hass. Es ist die Emotionslosigkeit jener Abgründe, in denen sich manche Personen dann mit Scheiße gerne totschmeißen können. Das wird mir egal sein.

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5 Antworten auf Der letzte Akt

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